Sollte in diesem Wiki etwas nicht funktionieren, wenden Sie sich gern an Claudia Ehlers.

Longitudinales Kommunikationscurriculum

Aus Wiki zur Curriculumsplanung am UKJ
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jenaer Kommunikations-Curriculum (JeKoCu)- Logbuch für kommunikative und soziale Kompetenzen

Einleitung und Willkommen

Liebe Studierende,

mit diesem Logbuch möchten wir Sie bei dem Erwerb von sozialen und kommunikativen Kompetenzen durch das Medizinstudium in Jena begleiten. Es soll Ihnen ermöglichen, Ihren praktischen und theoretischen Wissenszuwachs zu dokumentieren und dient als eine strukturierte Übersicht über die erworbenen Kompetenzen. Das Logbuch ist eine Hilfestellung für Sie, um die Vermittlung dieser Fähigkeiten gegenüber der Fakultät freundlich einzufordern. Bitte füllen Sie dieses Logbuch gewissenhaft aus (z.B. jeweils am Ende eines Semesters). Es soll Ihnen als Reflektion über den bereits erreichten Wissensstand dienen bzw. aufzeigen, wo noch Defizite auszugleichen sind. Im Jenaer Kommunikationscurriculum (JeKoCu) der Medizin werden Lernziele fächerübergreifend, interdisziplinär als ein gemeinsames Curriculum formuliert, die für das ärztliche Handeln notwendig sind. Diese Lernziele sind Kompetenzen, die Sie während des Studiums ausbauen und erwerben sollen. Dafür müssen entsprechende Lernmöglichkeiten angeboten werden. Dieses Logbuch soll uns Lehrenden helfen einen Überblick zu bekommen, ob das Gesamtkonzept des Jena-er Medizinstudiums tatsächlich diese Lernmöglichkeiten bietet. Daraus kann abgeleitet wer-den, in welche Richtung sich in nächster Zukunft der Lernprozess orientieren sollte, um den Lernbedürfnissen der Studierenden gerecht zu werden. Dieses Logbuch soll keine weitere bürokratische Formalität oder gar Hürde sein. Es soll dem Erkennen von didaktisch nicht sinnvollen Überschneidungen (Redundanzen) dienen und Defizite aufzeigen? So wissen Dozenten voneinander, was schon gelehrt wurde und was noch kommen wird und auch die Studierenden können mit Hilfe des Logbuchs nachschlagen, was schon gelehrt wurde.

Dieses Logbuch soll sich kontinuierlich verändern und entwickeln und wartet auf Ihre Kritik, Vorschläge und Ergänzungen.

Aufbau des Studiums(JeKoCu) Im 1. Studienabschnitt erlernen die Studierenden Kommunikationsmodelle, Feedbackregeln und Basisfertigkeiten der Kommunikation. Solche theoretischen Grundlagen lassen sich in Vorlesungen vermitteln. Kommunikative und soziale Kompetenzen werden in Seminargruppen praktisch geübt in Übungen, Rollenspielen und mit Videoanalysen. Die Studierenden erlernen allgemeine Gesprächstechniken wie Fragetechniken, Aspekte ärztlicher Verantwortung, Elemente der gemeinsamen Entscheidungsfindung und Gesprächsstrukturierung mit Schauspielpatienten und üben Feedback zu geben und zu nehmen. Im 2. Studienabschnitt (klinischer Abschnitt) werden spezifische Kommunikationstechniken vermittelt und komplexe Gesprächssituationen (z.B. „breaking bad news“ oder „Suizidanamnese) an Schauspielpatienten und echten Patienten geübt.

Wir wünschen Ihnen viel Freude und viel Erfolg bei uns!

Mein besonderer Dank gilt: Orlando Gunitnas-Lichius (Studiendekan), Kathrin Pahlke (Ärztin) Urte Mille (SkillsLab), Gabriele Böhme (Studiendekanat), Stefan Mueller (Student), alle an der Befragung beteiligten Dozenten, …. (Namen mit Fotos und Institutionen und Kontaktdaten??)

Jena, den XX 2013

Erläuterung der Kompetenzstufen

Bei den zu erreichenden Lernzielen werden drei Kompetenzstufen unterschieden. Für jede der zu erlernenden Tätigkeiten können Sie verschiedene Kompetenzstufen erreichen. Die oberste zu erreichende Kompetenzebene bedeutet, dass Sie eine Tätigkeit routiniert durchführen können. Dieses Ziel wird nicht bei allen Tätigkeiten von Ihnen verlangt werden.

Kompetenzstufen des Logbuchs der Medizinischen Fakultät Jena

Tabelle 1: Kompetenzstufen modifiziert entsprechend der Tiefendimensionen des kompetenzbasierten Lernzielkataloges des GMA Ausschusses für praktische Fertigkeiten
Kompetenzstufe Die Kompetenz / Fertigkeit wurde / wird Kurzform
1 demonstriert / beobachtet (inklusive der theoretischen Voraussetzungen) Demonstration
2 (unter Aufsicht) durchgeführt einige Male Supervision
3 routiniert durchgeführt / beherrscht, wird situationsadäquat eingesetzt Routine

Dokumentieren Sie am besten jeweils am Ende eines Semesters (gerne mit Datum), was Sie gesehen oder durchgeführt haben.

Lernziele nach Kompetenzfeldern

Gespräche strukturieren Demonstration (1) Supervision (2) Routine (3)
Der Studierende ist in der Lage, folgende Situation strukturell und inhaltlich von Anfang bis Ende zu gestalten:
1. eine Anamnese
2. ein Aufklärungsgespräch
3. eine Visite
4. eine Teambesprechung
5. ein Gespräch mit schlechten Nachrichten (Überbringen schwerwiegender Diagnosen)
Informationen Demonstration (1) Supervision (2) Routine (3)
Der Studierende ist in der Lage, Informationen zu erfassen und zu geben:
6. Der Situation angemessen verschiedene Fragetechniken einzusetzen.
7. Techniken des aktiven Zuhörens anzuwenden.
Emotionen Demonstration (1) Supervision (2) Routine (3)
Der Studierende ist in der Lage, Emotionen zu beachten und damit umgehen zu können:
8. Emotionen beim Patienten zu erkennen und im Gespräch entsprechend darauf einzugehen.
9. Eigene Emotionen im Kontakt mit Anderen zu erkennen (Selbstreflexion).
10. Nonverbale Aspekte der Kommunikation zu berücksichtigen.
11. Angemessen und konstruktiv mit eigenen Fehlern umzugehen.
12. Angemessen und konstruktiv mit Fehlern anderer umzugehen.
Perspektive Demonstration (1) Supervision (2) Routine (3)
Der Studierende ist in der Lage, fremde Perspektiven einnehmen zu können:
13. Sich im Kommunikationsverhalten an den Anliegen und der Persönlichkeit des Patienten zu orientieren (Patientenperspektive).
14. Gesprächssituationen im Austausch mit Anderen analysieren zu können.
Beziehung Demonstration (1) Supervision (2) Routine (3)
Der Studierende ist in der Lage, unterschiedliche Interessen vertreten und aushandeln zu können:
15. Eine positive, tragfähige und vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung aufzubauen und zu erhalten.
16. Techniken zum Aufbau und Erhalt einer empathischen Beziehung anzuwenden.
17. Feedbackregeln anzuwenden.
18. Konstruktiv mit schwierigen Situationen und Kommunikationsstörungen umzugehen.
19. Konfliktlösungsstrategien anzuwenden.
Kontext Demonstration (1) Supervision (2) Routine (3)
Der Studierende ist in der Lage, flexibel mit komplexen Kontexten umzugehen:
20. Kulturelle, ethische und weltanschauliche Aspekte im medizinischen Kontext zu beachten.
21. Bei der Betreuung von Patienten somatische, psychische und soziale Aspekte einzubeziehen.
22. Alters-, entwicklungs- und geschlechtsspezifische Einflussvariablen zu berücksichtigen und zu reflektieren.

Lehrveranstaltungen in denen Sie „bewusst“ soziale und kommunikative Kompetenzen erworben haben

Name der Lehrveranstaltung / Dozent (konkretes Thema) Semester / Datum
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.

Weitere Links

  • SkillsLab (Link) – mit Anfahrtsskizze
  • Aktuelle Approbationsordnung
  • GMA

„Kommunikative und soziale Kompetenzen im Medizinstudium“ besteht aus fünf Kompetenzbereichen, die in allgemeine und spezifische Kompetenzen unterteilt sind. Jeder Kompetenzbereich besteht aus Themengebieten mit Ausbildungszielen (insgesamt 131 Items).

Literatur

  1. Kiessling C, Dieterich A, Fabry G, Hölzer H, Langewitz W, Mühlinghaus I, Pruskil S, Scheffer S, Schubert S. Basler Consensus Statement "Kommunikative und soziale Kompetenzen im Medizinstudium": Ein Positionspapier des GMA-Ausschusses Kommunikative und soziale Kompetenzen. GMS Z Med Ausbild. 2008;25(2):Doc83.