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PJ+

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PJ+

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Dieses Vorhaben wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01PL12071 gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor. Das Projekt PJ+ gehört zur Initiative "ProQualitätLehre: Förderung der Lehr-, Betreuungs- und Evaluationskultur an der FSU Jena" des gemeinsamen Bund-Länder-Programmes für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre.

Einleitung

Herzlichen Dank, dass Sie sich für „PJ+“ interessieren. Dieses Projekt ist Teil von „ProQualitätLehre - Förderung der Lehr-, Betreuungs- und Evaluationskultur", einer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Initiative der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Unser spezielles Ziel an der Medizinischen Fakultät ist die Weiterentwicklung des Praktischen Jahres (PJ).

Im folgenden Dokument möchten wir Ihnen einen Überblick darüber bieten, welche Hauptkritikpunkte in der Vergangenheit an der Umsetzung des PJ aufgekommen sind und unter welchen regulatorischen Rahmenbedingungen dieser Ausbildungsabschnitt verläuft. Im Hauptteil stellen wir Ihnen die Ziele und Methoden unseres Projektes vor, die einer qualitativen Verbesserung dieses letzten Teils des Medizinstudiums dienen. Enthalten sind inhaltliche und strukturelle Veränderungen, sowie gezielte Evaluationen des Projektes.

Zur Umsetzung dieses Konzeptes sind wir auf intensive Unterstützung durch zahlreiche ärztliche Kollegen in den verschiedenen Kliniken und Abteilungen des Universitätsklinikums Jenas sowie seiner Lehrkrankenhäuser angewiesen. Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, beinhaltet das Projekt nicht nur eine Reihe von vorbereiteten Materialien, sondern auch Schulungen für alle eingesetzten Methoden, die Ihnen eventuell neu sein könnten. Ferner stehen wir natürlich jederzeit für Fragen und Anregungen zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen,


Dominique Ouart und Isabell Woest (Kontakt: PJplus at med.uni-jena.de)

Projektkoordinatoren

Status quo der praktischen Ausbildung im Studiengang Medizin in Jena

Sowohl in mündlichen Feedback-Veranstaltungen zum Semesterende als auch in den schriftlichen Online-Evaluationen wird von den Studierenden immer wieder kritisiert, dass die Ausbildung im klinischen Betrieb deutlich verbesserungswürdig sei. Bemängelt werden vor allem unklare Lernziele und mangelnde Supervision bei Patientinnenkontakt.

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei überregionalen Datenerhebungen: So zeigte sich im Medizinerreport 2012 des Hochschul-Informations-Systems, dass Humanmedizinerinnen im Vergleich zu Absolventen anderer Studiengänge deutlich größere Defizite bei bestimmten Kompetenzen angaben[1]. Dies betrifft insbesondere spezielles Fachwissen, Problemlösungskompetenz, Organisationsfähigkeit, die Transferierbarkeit von Wissen und die Möglichkeit zu selbstständigem Arbeiten. Im Jahr 2011 berichtete das deutsche Ärzteblatt: „44 Prozent der Medizinstudierenden nennen mehr praktische Übungen im Studium als dringlichsten Wunsch“[2].

Die Notwendigkeit nach praxisnaher Ausbildung ergibt sich auch aus dem staatlichen Auftrag an die Medizinische Fakultät, welcher in der Approbationsordnung für Ärzte formuliert ist[3]. Derzeit ist die Praxisanleitung der Studierenden vor allem vom individuellen Talent, Erfahrungsschatz und der verfügbaren Zeit der Lehrenden abhängig. Objektive Lehrinhalte, definierte praktische Anforderungen oder regelmäßige, formative Prüfungen existieren nicht oder erfüllen in der gegenwärtigen Form nicht die qualitativen Anforderungen.

Durch diese Missstände ist bei vielen Studierenden eine große Frustration infolge ihrer Praktika zu verspüren, die in Zeiten verstärkter Konkurrenz um ärztlichen Nachwuchs zu Standortnachteilen führen kann oder im schlimmsten Fall die Studentinnen generell von einer praktischen ärztlichen Tätigkeit abhält. Aus diesen Gründen ergibt sich die Notwendigkeit die praktische Ausbildung innerhalb des Medizinstudiums zu überdenken und zu verbessern.

Rechtliche Vorgaben zum klinisch-praktischen Unterricht

Die klinisch-praktische Ausbildung setzt sich während des Studiums aus Famulaturen, Tages- bzw. Blockpraktika und dem Praktischen Jahr zusammen. Dem Praktischen Jahr kommt dabei eine besondere Rolle zu: Zum einen ist die Dauer von 48 Wochen viermal so lang wie der Unterricht am Krankenbett im gesamten klinischen Studienabschnitt (476 Stunden[4]). Zum anderen sollen „die während des vorhergehenden Studiums erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten“ vertieft und erweitert werden[5].

Für das Praktische Jahr legt die Approbationsordnung fest[6]:

  • eine Dauer von je 16 Wochen für die Tertiale in der Inneren Medizin, der Chirurgie und einem Wahlfach,
  • dass es in einem Universitätsklinikum, einem Lehrkrankenhaus sowie in akkreditierten Lehrpraxen absolviert werden kann, ab 01. April 2013 auch in Universitäts- oder Lehrkrankenhäusern anderer Universitäten, *sofern dort genügend Plätze vorhanden sind,
  • dass auf die Ausbildung Fehlzeiten von bis zu 30 Tagen angerechnet werden, davon bis zu 20 innerhalb eines Tertials,
  • dass ab spätestens 01. April 2013 die Ausbildung nach einem Ausbildungsplan (Logbuch) durchzuführen ist[7].

Wenngleich es an unserer Fakultät bereits viele Ansätze zur Verbesserung der Vermittlung klinisch-praktischer und ärztlich-kommunikativer Fertigkeiten gibt[8], besteht noch deutlicher Handlungsbedarf, um flächendeckend eine adäquate Vorbereitung der Studierenden auf das Berufsleben sicherzustellen. Einzelne Fächer und Kliniken haben bereits große Bemühungen unternommen – jedoch sollte in allen Fächern und auf allen Stationen eine vergleichbar hochqualitative Ausbildung erreicht werden.

Zielsetzung des Projektes

Die Approbationsordnung fordert, dass im Praktischen Jahr der Ausbildung an der Patientinnen eine zentrale Rolle zukommt. Des Weiteren soll dieser Abschnitt des Studiums dazu dienen, „die während des vorhergehenden Studiums erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vertiefen und zu erweitern“ und „sie auf den Krankheitsfall anzuwenden“[9]. Um diesen Bestimmungen noch besser gerecht zu werden, soll der letzte Abschnitt des Studiums reformiert werden. Ziel ist es, dass die Studentinnen bestmöglich und vergleichbar gut auf den Berufseinstieg vorbereitet werden. Dafür soll die Arbeit am und der Umgang mit Patientinnen sowie die multiprofessionelle Arbeit und Kommunikation im Team trainiert und konstruktiv supervidiert werden. Damit einher geht der Erwerb für die ärztliche Arbeit notwendiger Fähigkeiten und vertiefenden Wissens. Zum Reformpaket gehören daher sowohl inhaltliche als auch strukturelle Maßnahmen.

Weitere positive und nützliche Effekte einer guten und attraktiven PJ-Ausbildung sind sowohl „Werbung“ für die jeweilige Klinik als zukünftiger Arbeitsstelle, sowie eine gesteigerte Zufriedenheit der beteiligten Lehrenden.

Links

Ablauf der Etablierung von PJ+ aus Sicht der teilnehmenden Kliniken

Bestandteile des Projektes PJ+

Das Mentorenprogramm

Leistungsüberprüfungen und Feedback

Mini Clinical Evaluation Exercise (Mini CEX)
360° Feedback
Portfolio

Der PJ-Wegweiser

Der Ausbildungsplan

Dozentenschulungen

Evaluation des Projektes

Personenevaluation
Strukturevaluation

Kontinuität und Ausbau des Projektes

Übertragbarkeit der Projektergebnisse auf andere Lehrveranstaltungen

Medizindidaktische und pädagogische Grundlagen

Zeitplan und Personalausstattung von PJ+

Literaturhinweise

Quellen

  1. Schwarzer, A./Fabian, G.: Medizinerreport 2012 – Berufsstart und Berufsverlauf von Humanmedizinerinnen und Humanmedizinern, Mai 2012
  2. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45937/Medizinstudierende_wollen_bessere_praktische_Ausbildung.htm
  3. Approbationsordnung für Ärzte (ÄAppO) bspw. §1(1) „Die Ausbildung zum Arzt wird auf wissenschaftlicher Grundlage und praxis- und patientenbezogen durchgeführt.“
  4. ÄAppO §2(3)
  5. ÄAppO §3(4)
  6. ÄAppO §3(1)-(3)
  7. ÄAppO §3 (1a): „Die Universitat erstellt einen Ausbildungsplan (Logbuch), nach dem die Ausbildung nach Absatz 1 durchzufuhren ist.“
  8. Bspw. das SkillsLab, qUaK, selbsterstellte Lernzielkataloge in verschiedenen Fachbereichen
  9. ÄAppO §3(4)